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Der Weg

Heilung ist für mich das Verständnis von Liebe, Brot und Glaube

Elis
  • Parkinson

Das Leben von Herrn Elis ist seit seinem 7. Lebensjahr geprägt von schweren Krankheiten. Seine Geschichte zeigt, wie er mit diesen leidvollen Erfahrungen umgegangen und an den Herausforderungen nicht zerbrochen sondern gewachsen ist. Heilung ist für ihn ohne Schmerz und Leiden nicht möglich. Eine besondere Rolle hat für ihn seine Partnerin Doris Evers gespielt: "Wenn sie nicht an meiner Seite gewesen wäre, hätte ich das alles nicht geschafft." Letztendlich hat ihn seine Krankheitsgeschichte zu seiner Berufung geführt. Er gibt sein Wissen anderen Menschen weiter und macht Mut.

 
Unsere Geschichte ist eigentlich die Geschichte einer zauberhaften Beziehung – mit allem drum und dran. Man möchte sie jedem über 70 wünschen...Auf der anderen Seite ist 70 ziemlich spät für so eine Geschichte, oder doch nicht?
Heilung ist für mich das Verständnis von Liebe, Brot und Glaube.
Wir hatten kürzlich die Begegnung mit Christoph Böll. In der Nacht davor träumte ich von Heinrich Böll“ Das Brot der frühen Jahre “. Schlagartig wurde mir klar, was ich immer angestrebt hatte - mit Doris zusammen: säkularisierte Spiritualität! Glaube ist Motivation, weil er von innen kommt. Dann ist jede Religion gut genug, um dem Menschen zu dienen. Ich behaupte von mir, dass ich ohne Glauben an mich selber nicht mehr existieren würde.

Der Parkinson war mein Fluch, weil er mich starr machte und unbeweglich. Das war schlimm, aber auch wichtig, denn ich konnte meinen eigenen Geist ausrichten. Glücklicherweise nur auf das, was ich am Liebsten gemacht habe: Berühren. Berühren habe ich zur Kunst erhoben. Das ist mein persönlicher Fingerabdruck. Ich könnte es auch als Zivilcourage bezeichnen - das ist Heilung für mich. Eine Heilung im klassischen Sinne ohne Schmerz und Leiden konnte für mich nicht möglich sein. Heilung ist für mich das Spiel mit dem Leben.

Als letztes möchte ich auf die Spontanität unseres Ansatzes hinweisen. Doris und ich arbeiten schon lange an dieser Veröffentlichung – und das, wo wir doch Spontan Künstler sind.
Dieses, was wir jetzt geschrieben haben, ist aus der REM- Phase entstanden, aus der höchsten Phase der Nacht. Es kann nur so geschrieben werden, weil wir seit Wochen mit dem Stahl tanzen. Sie geht mit Schrittmustern und Auge, ich tanze mit den Händen mit den Stahlstäben von 30cm Länge.
Dieser Tanz mit meinen Händen war immer mein Wunsch. Den kann ich erst jetzt verwirklichen nach einer Demonstration in Moers bei einer Selbsthilfegruppe von Parkinsonkranken. Ich leitete diese Session und Doris wies mich auf das wirklich Wichtige hin. Das waren die Betroffenen, die uns irgendwie verstanden haben. Zu Ehren dieser Gruppe erlauben wir uns, den Brief ihrer Leiterin Frau Schiemann als Abschluss Allen zu schenken:

„Hast du dich schon mal gefragt, warum ein ausgewachsener Elefantenbulle nur mit einem dünnen Seil an einem kleinen Pflock angebunden war? Dieses große Tier könnte mit seiner Kraft dicke Bäume aus der Erde ziehen. Die Antwort ist verblüffend einfach: Als er klein war war er zu schwach, um sich von diesem Pflock zu befreien. So sehr er es auch versuchte. Er schaffte es nicht. Allmählich akzeptierte er, dass er schwach und ohnmächtig ist und versuchte es nie wieder.

Ich möchte noch ein weiteres interessantes Experiment aus der Tierwelt schildern. Ein Biologe setzte einige Fische in ein Aquarium. Dieses Aquarium teilte er mit einer Glasscheibe in zwei Hälften. Die mit Fischen besetzte Hälfte beklebte er von außen mit bunten Papierstreifen. Nach einigen Tagen entfernte er die Trennscheibe. Erstaunlicherweise schwamm kein einziger Fisch in den neuen Teil des Aquariums.
Kurz vor der Stelle, an der vorher die Scheibe ihre Bewegungsfreiheit begrenzt hatte, kehrten sie um. Sie konnten sich einfach nicht vorstellen, dass es außerhalb ihrer gestreiften Welt noch etwas anderes, einen weiteren Lebensraum, geben könnte.
Zwei eindringliche Berichte, die sich durchaus auf unsere Ängste, Erfahrungen und Verhaltensweisen übertragen lassen. Nur relativ wenigen Menschen gelingt es die Welt hinter der Glasscheibe als ihre erweiterte Welt zu erobern und zu nutzen.
Unser heutiger Gast hat diese Fähigkeit, die er uns zu erklären und nahe zu bringen versuchte. Hans-F. Elis begegnet seinem Parkinson mit Meditation, mit Geräuschen, die seinem Mund entströmen, mit Metallstäben, die er magnetisiert, um mit ihnen Kräfte zu mobilisieren und zu übertragen. Wichtig für ihn ist es, Kontakt zu seinem Körper zu haben, sich zu spüren und heil zu werden.
Herr Elis hat uns einen Blick in eine andere Welt ermöglicht, eine Welt, von der wir nicht wussten, dass es sie gibt, dass sie so anders ist als die uns bekannte. Vielleicht kommen auch wir nach der beeindruckenden Begegnung mit Hans.F Elis und seiner Lebensgefährtin Doris Evers uns ein wenig näher und finden Kontakt zu uns.“
Meine Geschichte ist eine Geschichte von Krankheiten. Ich wurde durch die Wirrnis des Krieges stark übertragen geboren. Mit 7 Jahren erkrankte ich an einer Hirnhautentzündung, die nicht erkannt und 6 Wochen mit Lebertran behandelt wurde. Panikattacken und Angst waren die Folge, lebenslang. Meine Angstzustände in der Kindheit wurden ignoriert und negiert , sie waren für Andere unverständlich. Das hat meine Persönlichkeit geprägt und meinen Überlebenswillen gefestigt.Seit der Pubertät hatte ich für knapp 10 Jahre Alkoholprobleme und litt unter starken Minderwertigkeitskomplexen. Dem Alkohol entsagte ich radikal von heute auf morgen und auch meine inzwischen eingetretene 2 jährige intensive Abhängigkeit von Lexotanil ( ich wurde in dieser Zeit 3 mal Vater und fühlte mich total überfordert) konnte ich überwinden mit Hilfe einer Psychotherapie nach Adler. Über die mütterliche Linie kam im Alter von 40 Jahren Diabetes hinzu. Eine Entgleisung der Schilddrüsenfunktion führte knapp 10 Jahre später zur dramatischen Verstärkung der Angstzustände, besserte sich nach OP und Radiojod Therapie (21Millicurie). An Parkinson erkrankte ich vor ca. 15 Jahren,zur gleichen Zeit wurde ich Insulin pflichtig. Im Alter von 65 Jahren wurde ich als Notfall an der Arteria Carotis operiert .

Trotz all dieser Krankheiten verfüge ich über ein eidetisches Gedächtnis. Das erlaubt mir bis heute mit Entschlossenheit und Mut mit meiner Krankheit fertig zu werden. Mein Leben als erwachsener, Bewusstsein anstrebender Mensch fand Befriedigung in meiner Arbeit als Masseur - ich durfte erfahren, dass ich wirksame Fähigkeiten im Berühren von Menschen besaß. Ich befasste mich u.a.mit Schriften von Capra, Grov, Ken Wilber und C.G.Jung . Auf der Berührungsebene waren es bewusstseinserweiternde Techniken wie Rolfing, Bindegewebe- und Fascialtechniken, Akupressur und craniosacrale Therapie.
Nach 34 Ehejahren zerbrach meine Ehe durch die enthemmenden Nebenwirkungen der Parkinson Medikamente . Mit meiner neuen Lebensgefährtin entwickelte ich den Ansatz von „ Kunst? Medizin ?“ nachzulesen auf unserer Homepage www.fallingintime.de

 

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