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Der Weg

Mein Weg zur Selbstheilung - Umgang mit Schmerzen

Isabel Carbonell
  • Spritzenabszess, Coxa Valga/Schmerzen

Frau C. beschreibt in ihrer Geschichte wie sie konfrontiert mit verschiedenen Krankheiten eine Strategie entwickelt hat, diese durch Denkweisen positiv zu beeinflussen. Dabei geht es ihr nicht um die generelle Ablehnung schuldmedizinischer Interventionen, sondern vor allem Selbstvertrauen in den eigenen Körper und seine Signale zu entwickeln. Dazu gehört in erster Linie sich dem Krankheitsgeschehen zuzuwenden, d.h. eine Art Kommunikation mit dem Körper aufzunehmen. Die Entdeckungsreise zu sich erforderte Ausdauer und Mut und war auch begleitet von Zweifeln und Ängsten. Die positiven Ergebnisse stellt Frau C. in ihrer Heilungsgeschichte dar und gibt praktische Hinweise wie andere Patienten sich diesem Thema annähern können. Dabei nutzt sie Techniken wie Imagination, Autosuggestion, Meditation und Atemmeditation. Das besondere dabei ist, dass sie die Meditationstexte speziell auf ihre jeweilige Problematik zugeschnitten und die Cassetten auch selber besprochen hat. Die Erfahrungen von Frau C. ermutigen und zeigen, welchen Einfluss das eigene Tun und Vertrauen in sich selbst auf das Krankheitsgeschehen haben kann.

 Im Laufe meines Lebens habe ich erfahren, wie angenehm es ist, fremde Sprachen zu beherrschen. Doch die wichtigste und zugleich schwierigste Sprache ist die Körper- und Organsprache. Sie wird leider nicht gelehrt, Bücher gibt es nur sehr wenige - meist eher in Richtung Esoterik. Das ist so gar nicht mein Ding. Trotzdem muss ich gestehen - manche Hinweise gaben mir dabei auch Denkanstöße. Man muss wirklich offen - aber auch kritisch - nach allen Seiten sein, sonst landet man/frau schnell in einer Sackgasse.
Als Kind galt ich in der Schule als unsportlich. Im Sportunterricht saß ich oft auf der Reservebank, weil ich diverse Turnübungen wie z.B. am Barren, am Reck, an den Ringen etc. nicht ausführen konnte - ein Spagat war undenkbar. Ebenso beim Skifahren. Mein erster Versuch - im Schneepflug bergab - endete im Krankenwagen. Später lernte ich Reiten und spielte Tennis. Beides sehr aktiv - intensiv - erfolgreich. Ich war also doch nicht unsportlich, wie dies zur Schulzeit galt. Doch leider kam es nach ca. 8 Jahren zu einem jähen Ende. Ich konnte plötzlich nicht mehr laufen. Was lief, waren die Tränen. Diagnose: Coxa Valga - eine angeborene Fehlstellung. Dies war also die Ursache meiner „Unsportlichkeit“ in meiner Kindheit bzw. Schulzeit. Ich stellte mich bei 5 Ärzten vor. Die Diagnose war unwider-ruflich - Therapie einstimmig: Beide Hüftknochen brechen - Fehlstellung korrigieren. Ich fiel in ein tiefes Loch. Die Diagnose und Ihre Folgen kamen für mich einem Todesurteil gleich - Hoffnungslosigkeit machte sich breit. Unsagbare Schmerzen - extreme Bewegungseinschränkung - Schmerztabletten - Opioide. So konnte man/frau doch nicht leben! Für jegliche physikalische Therapie keine Chance - jede Berührung, Bewegung schmerzte - ob sitzen - liegen - stehen. Ich suchte nach einer Alternative - einer Lösung. Knochen brechen kann für mich keine Lösung sein. Ich wälzte jede Fachliteratur, die ich finden konnte - Internet gab es damals leider noch nicht - versuchte die bio-logischen Vorgänge in meinen Körper zu verstehen. So entwickelte sich der Gedanke, mit meinem Körper bzw. meinen Hüften zu kommunizieren. Ich besprach mir eine Tonkassette, eine Anleitung für meine Zellen - eine Seite zum Einschlafen - eine Seite zum Aufwachen. Daraufhin wurden die Schmerzen allmählich erträglicher. Ich spürte auch, dass etwas in meinem Körper arbeitet, ein eigenartiges „Kribbeln“. Dies wiederum war für mich ein Zeichen, dass meine Kommunikation ankommt, gleichzeitig aber machte es mir Angst, weil ich nicht nachvollziehen konnte, was in meinem Körper passiert - ob dies zu den von mir gewünschten Veränderungen führt ? Irgendwie zweifelte ich an meinem Verstand. Ja, es machte mir richtig Angst.
In einer Buchhandlung entdeckte ich eine Publikation, worin eine ähnliche Methode - speziell gegen Krebs - beschrieben war. In einer Nacht verschlang ich diese Lektüre. Mein Denken war also nicht verrückt, eher genial. Das war meine „Erlösung“. Meine Unsicherheiten und Ängste verwandelten sich in Freude, Freude darüber, dass ich nicht verrückt bin und dass ich offensichtlich nichts „falsch“ gemacht habe. Von dem Tag an ging es rapid aufwärts. Hier zeigte sich deutlich, wie stark die Psyche - der Glaube an sich selbst und an die eigenen Fähigkeiten - entscheidend sind. Ich gewann an Selbstvertrauen und Selbstsicherheit in meine Methode - ich erkannte, dass dies ein ganz natürlicher Prozess ist. Ich habe vermutlich meinen Körper verstanden und er mich.
Ein weiteres Missgeschick konnte ich mit meiner Denkweise positiv beeinflussen. Ich bekam eine Tetanus-Spritze intramuskulär (ca. 10 cm tief in den Muskel gespritzt). Es kam zu einem Spritzenabszess. Mit Blaulicht landete ich im Krankenhaus - dort sollte sofort operiert werden. Da ich inzwischen an Selbstvertrauen in mein Denkmuster gewonnen hatte, lehnte ich eine Not-OP kategorisch ab. Daraufhin kam der Stationsarzt und wollte mich zur OP überreden, dann der Oberarzt, letztendlich der Chefarzt - auch er meinte, ich würde die Nacht nicht überleben. Beim Verlassen des Zimmers sagte er zu seinem „Gefolge“: „Die solle man nach Haar verlegen“ (Psychiatrie der Uni München). Daraufhin ich: „Das habe ich gehört…. sagen Sie doch dem Prof. W.B. dass ich komme - er solle mir bitte…“. Mit offenem Mund drehte er sich zu mir und verließ dann schnaubend das Krankenzimmer. Ich setzte mich auf die Bettkante und begann meine Gedanken und Bilder entsprechend zu produzieren, bat meine Zellen um dringende Mithilfe, den Eiter-See auszuleiten, um eine OP zu vermeiden. Ich kommunizierte bis zum frühen Morgen mit meinen Zellen. Die Nachtschwester kam immer wieder zur Kontrolle - ich ließ mich nicht irritieren. Am frühen Morgen kam eine Schwester zur Vorbereitung der bereits geplanten OP und meinte, ich hätte großes Glück, dass ich diese Nacht überlebt habe…. Ich wiederum verweigerte die Spritze und bestand auf eine Ultraschall-Kontrolle.
Die unkommode Patientin landete also nochmals beim Ultraschall - siehe da, vom Eiter-See keine Spur… daraufhin wurde ich mit der Diagnose „Krebs“ weiter behandelt. Täglich wurde mein Blut kontrolliert, was ich insgeheim sehr begrüßte, denn zuhause wäre diese engmaschige Kontrolle unmöglich. Die Krebspillen landeten in der Toilette - ich konnte weiter meinen Prozess neutralisieren. Als die Werte wieder normal waren - mein Körper also wieder in Balance - habe ich mich selbst am 4. Tag entlassen. Das Pflegepersonal meinte, dass noch nie ein Spritzenabszess-Patient ohne OP das Haus verlassen hätte. Die Entlassungspapiere wiesen auf eine weiterführende dringend notwendige Krebsbehandlung hin.
Einen ähnlichen Prozess gab es bei einem Darmpolypen, der ebenso eine vermeintliche Lebensbedrohung darstellte - Krebs. Wieder war ein stationärer Aufenthalt angesagt. OP - Darmentfernung 14 cm - Anus Praeter (künstlicher Darmausgang). Wieder das gleiche Spiel - erst Kontrolle nach schlafloser Nacht - dann, wenn nötig - OP - Ergebnis: Kein „Polyp-Rasen“ - gesunder Darm mit gesunder Schleimhaut - keine Spur von Polypen, keine Narbenbildung - Irrtum - falsche Patientin ??? Ich konnte noch am selben Tag die Klinik verlassen - ich ging - nein, ich schwebte…

Eine weitere Möglichkeit, die wirklich jeder ohne therapeutische Unterstützung praktizieren kann, ist die gezielte Kommunikation mit dem Schmerz. Als Beispiel: Kopfschmerzen - Migräne etc. Wie heißt es in der Werbung: „Es gibt 37 Arten von Kopfschmerzen….“ Schmerzen sind Körpersignale - ohne die wir nicht lebensfähig wären. Sie warnen uns vor größeren Schäden. Schmerzen signalisieren uns, dass etwas aus der Balance geraten ist. Sei es, weil Sie sich belastende Sorgen machen, Ängste Sie quälen, Beziehungskonflikte malträtieren, vielleicht eine organische Störung sich bemerkbar macht uvam. Wichtig ist immer, wenn Sie künftig wieder gesund und schmerzfrei leben wollen, dass Sie die Ursache herausfinden. Sprechen Sie mit Ihrem Körper. Fragen Sie Ihren Körper - Ihren besten Freund und Ratgeber - was er braucht, was Sie ändern müssen, was Sie nicht mehr tun oder essen sollen… u.v.a.m. Was auch immer es ist - auch ein Arztbesuch kann - sollte zur Ursache führen - finden Sie es heraus.
Die Zeit, die Sie dafür investieren, müssen Sie später nicht um ein Vielfaches einsetzen, wenn Sie erst einmal krank geworden sind. Es ist manchmal mühsam - aber es lohnt sich… Als Zwischen-/Übergangslösung, als Krücke - wie immer Sie es nennen wollen - zur Beseitigung der Symptome , nicht als Lösung - kann mal eine Pille helfen - Ausnahmen bestätigen die Regel. Sprechen mit Ihrem Körper - mit Ihrem Schmerz - mit Ihrem Arzt des Vertrauens.

Meditieren Sie. Meditieren heißt, konzentrieren Sie sich in aller Stille auf Ihren Schmerz. Ist er diffus, abgegrenzt, welche Farbe hat er, welche Konsistenz, welche Struktur, Größe, Gewicht etc., beobachten Sie Ihren Schmerz - hat er sich inzwischen verändert, wie hat er sich verändert. Vielleicht wird er kleiner, heller, weicher, vielleicht verschwindet er sogar ganz - das wäre das Schönste - unser Ziel. Wenn dies geschieht, freuen Sie sich. Das war dann der Dank für Ihre Aufmerksamkeit, die Sie Ihrem Körper, Ihrem Schmerz, geschenkt haben. Vergessen Sie aber nicht, Ihrem Körper zu danken, für seine Selbstheilungskräfte, die er aktiviert hat, danken Sie ihm, für die liebevolle Zusammenarbeit… Klingt komisch - nein, es ist nur ungewohnt…

Eine andere Möglichkeit - konzentrieren Sie sich auf Ihren Schmerz. Wenn Sie entspannt sind, fragen Sie Ihren Schmerz, was er Ihnen mitteilen möchte. Bitten Sie ihn um seine Mithilfe! Jeder Gedanke ist eine Antwort auf Ihre Frage - kommt nichts, ist es auch erst mal gut. Denken Sie daran, die Sprache mit unserem Körper mit unseren Organen ist zwar etwas ganz Natürliches, aber vermutlich Ungewohntes für Sie… vielleicht brauchen Sie jetzt mehr Geduld, eine tiefere Entspannung, mehr Abstand zum Alltag - zu Ihrem Problem…. Verschieben Sie den Zeitpunkt oder vertiefen Sie Ihre Entspannung - weder zwanghaft, noch krampfhaft, sondern liebevoll. Denken Sie daran, eine Sprache zu erlernen braucht die Liebe zur Sprache - zu Ihrem Körper – braucht Zeit - Geduld und viel Übung.
Unser Körper ist die Ummantelung unserer Organe, unseres Herzens, unseres Blutes, unseres Nervensystems, unseres Geistes, unserer Erinnerungen, Erfahrungen - von allem, was unser Leben ausmacht, uns am Leben erhält.
Finden Sie Ihren persönlichen Weg. Inzwischen haben Sie sicherlich erkannt - „Kampf“ ist destruktiv.
Wie bekomme ich Abstand von meinem Problem, Alltag etc., werden Sie sich vielleicht fragen? Ganz einfach - indem Sie zum Beispiel auf Ihren Atem achten. Sich bewusst machen, was für einen wunderbaren Körper Sie haben - ein Wunderwerk der Natur. Halten Sie am besten dabei Ihre Augen schlossen, legen Ihre Hände z.B. auf Ihren Bauch und spüren, wie sich Ihr Bauch hebt und senkt. Nehmen Sie wahr, wie Ihr Atem fließt, Sie mit Sauerstoff versorgt - alles ohne Ihr Zutun. Genießen Sie die Ruhe und lösen so alle Anspannungen. Nehmen Sie einfach nur wahr, ohne etwas zu wollen, zu tun, zu bewerten. Einfach nur wahrnehmen, entspannen und genießen. Nehmen Sie sich die Zeit. Es gibt kein „Richtig“ - kein „Falsch“. Gehen Sie dann - ganz nach Ihrem Rhythmus - wieder zu Ihrem Schmerz - wenn er noch präsent ist. Vielleicht aber hat er sich inzwischen zurückgezogen, weil ihm die Ruhe und Entspannung gut getan haben. Vielleicht war es genau das, was Ihr Körper brauchte - wenn das schon der Schmerz mitteilen wollte, haben Sie beide schon gewonnen - Ruhe - Entspannung - neue Energie. Diese wunderbare Erfahrung können Sie immer wieder machen. Übrigens: Anhaltender, belastender Stress ist die häufigste Ursache für viele Erkrankungen wie Herzinfarkt, Krebs u.v.a.m. Stress ist auch ein klassischer Auslöser z.B. für Muskelverspannungen und Kopfschmerzen.
Oder: Stellen Sie sich einmal vor, Ihr Schmerz wäre ein mit Wasser vollgesaugter Schwamm. Ruhe ist auch jetzt wieder die beste Voraussetzung für den Kontakt mit Ihrem Körper. Bedenken Sie: Ihr Körper denkt in Bildern - wir träumen in Bildern. Wenn ich z.B. sage: „Denken Sie nicht an einen grünen Dackel“ - was passiert? Also - Ihre Gedanken schaffen Wirklichkeit - machen Sie sich das ganz bewusst! Denken Sie nun, sie würden diesen Schwamm ausdrücken. Wie verändert sich nun dieser Schwamm? Wird locker und leicht? Was macht Ihr Schmerz - wird er ebenfalls locker & leicht? Wichtig ist immer, dass Sie Ihre Schmerzen nicht bekämpfen, Ihr Körper ist viel zu sensibel und zu wertvoll, um ihn zu bekämpfen. Gegen den Krebs ankämpfen ist die Sprache der Schulmedizin - wir aber wollen anders denken - mit dem Körper nicht gegen ihn - also liebevoll - unser Körper ist es wert!
Ihr Schmerz ist Ihr Freund, der mit Ihnen spricht - auf seine Art und Weise. Er sendet Ihnen ein Signal - einen Hilferuf. Verdrängen Sie ihn bitte nicht - ignorieren, bekämpfen Sie ihn nicht - versuchen Sie ihn stattdessen zu verstehen, kommunizieren Sie mit ihm. Lernen Sie Ihre persönliche Körpersprache - Ihre individuelle Organsprache - Sie werden an Lebensfreude und Lebensqualität gewinnen.
Um glücklich und zufrieden zu sein - sind es nicht die „großen Dinge“ im Leben - es sind die Momente des Alltags. Ich hoffe, dass ich Sie ermutigen und neugierig machen konnte, neue Wege zu gehen - zu experimentieren - Ihren Körper als besten Freund und zuverlässigen Ratgeber kennen und lieben zu lernen. Die Basis für Ihre Gesundheit - Ihre Lebensqualität und Zufriedenheit. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei bester Gesundheit.